Der alte Weggiser
Gebaut wurde MAX 1914 in der Bootswerft von Beckenried (NW).
Josef Bösch war erster Besitzer und machte mit MAX Sand & Kiestransporte.
Daneben wurden auch die Marktleute mit ihren vollbeladenen Karren
zweimal in der Woche, Dienstags und Samstags, nach Luzern zum Markt
gefahren. Damals war der Seeweg noch bedeutend bequemer, schneller
und billiger als der Landweg. Die Weggiser Marktleute waren seit
jeher gerngesehene
Gäste in Luzern, da sie wegen des milden Klimas neben feinstem
Obst auch Trauben, Edelkastanien, Mandeln und Feigen anzubieten
hatten.
Als Josef Bösch 1934 im Alter von 58
Jahren an Blinddarmentzündung starb, führten seine zwei
Söhne Josef und Oskar (Oskar bis 1956) den
Betrieb weiter.
Da früher Kies immer bis zum maximalen Tiefgang geladen wurde,
entstand vom Druck ein Dichtheitsproblem. So musste während
der ganzen Fahrt pausenlos mit speziellen Stopfschnüren und
Lehm abgedichtet werden. Die Schnüre mussten mit Hammer und
Keilen zwischen die Planken geschlagen werden. Trotzdem musste
mit Lenzpumpe und auch von Hand immer wieder Wasser geschöpft
werden.
Dank der geschweissten Stahlhaut gehören jedoch nasse Füsse
nun der Vergangenheit an.
1975 starb Josef Bösch mit 70 Jahren an Herzversagen.
Damals übernahm Werner Bösch das Schiff. In dieser Zeit
wuchs die Konkurrenz des Transportes auf der Strasse immer mehr.
Ein rentabler Betrieb war nicht mehr möglich, da das Transportvolumen
von 28 m³ zu klein war.
Heute steht MAX meist als Partynauen für Gruppen
und Vereinsausflüge im Einsatz und kann gemietet werden.
PS: MAX hat seinen Namen von einem
Hund.
Mit MAX zum Markt
Beitrag aus LNN, 26. September 1973 (Elsi und Alfred R. Wepf)
Beschauliche Nauenfahrt in der Herrgottsfrühe: seit Generationen
bringen Weggiser Gärtner und Bauern Ihre Gemüse, Früchte
und Blumen auf dem Wasserweg zum Markt in Luzern.
Weggis liegt noch tief im Schlaf. Zwischen grauen
Wolkenfetzen zwängt sich der erste Schimmer von Morgenrot
an den Horizont. Aber an der Schifflände versammelt sich schon,
nächtlichen
Verschwörern gleich, ein Grüpplein von Leuten zu eigenartigem
Treiben: hochbeladene Handwagen werden herbeigerollt, Scherzworte
fliegen durch die kalte Morgenluft. Vom See her ein immer energischer
werdendes Tuckern: der Nauen «Max» mit Schiffmeister
Josef Bösch am Steuer schiebt sich zum Ufer. Es ist wieder
einmal Markttag, und wie seit eh und je am Dienstag und Samstag
schicken sich die Weggiser Gärtner an, gäge Luzern
'zue zu fahren. Schiffmeister Bösch. 68 Jahre jung, muss
schon vor vier Uhr aus den Federn. Um fünf wird in Weggis
ausgefahren, und nach einer knappen Stunde ruhiger Fam, landet «Max» am
Schwanenplatz in Luzern. Schiffmeister Bösch ist von Kind
auf mit dem See vertraut, und wenn er auch den Kiestransport
dem Nauen altershalber aufgegeben hat, flickt und malt und
pflegt er sein Schiff doch noch eifrig selber, macht mit «Max» Ausflüge
mit Vereinen und Gesellschaften und besorgt in Weggis auch noch
die Camionnage. Die Nauenfahrt mit den Marktfahrern ist bei
jedem. Wetter ein Erlebnis. Wer gern an der frischen Luft ist,
kann hinter dem Steuerhäuschen windgeschützt die Morgenstunde
auf sich einwirken lassen. Wer schon richtig munter ist, sitzt
beim Schiffmeister in der Kabine, plaudert und macht wohl ein
Spässchen. Und wer noch ein Nickerchen nötig hat, kann
auch das haben: im . Motorraum des Nauens hat es zwei Liegen,
wo Leute
mit robustem Gehörnerv neben den hüpfenden Ventilen
des Motors ein Stündchen dösen können.
Geschichte - Technisch
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1914
Josef Bösch übernahm die Schwalbe und baute sie
um - daraus wurde MAX LU 9. |
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1966
Umbau der Holzschale auf Stahl in der Hasler-Werft (Rotzloch).
Die sog. "Bitsch-Bean"-Holzblanken (Ø 50mm)
wurden durch eine Grundkonstruktion aus Winkelstahl Rippen
(80/80/8) im Abstand von 1m ersetzt, die von zwei UNP 150
Träger zusammen gehalten werden. Ebenfalls sind hochkanntig
Flachstähle 50/8 angebracht, auf die die Aussenhaut
(Ø 5mm) geschweisst ist.
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1976
Holzboden wird durch Stahlboden ersetzt |
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1990
Der MWM 21 PS Motor(1930), der mit Feuerzeug und Pressluft
gestartet werden musste und seinen 2 Zylinder mit aussenliegenden
Ventilen, wurde durch einen Modernen Cummins 121 PS Motor
ersetzt.
Es gab für den MWM seit 1975 keine Ersatzteile mehr,
er ist aber auf dem Trockenen heute noch betriebsbereit.
PS: MWM (Motorenwerke Mannheim, heute München) |
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2000
Das Führerhaus aus Holz wurden
durch eine Stahlkabine und die Kettenlenkung mit Öllenkung
ersetzt.
Zusätzlich wurde MAX mit Radar ausgerüstet. |
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